Die Prägung deiner Eltern und wie du dich davon trennen kannst

Die Prägung deiner Eltern und wie du dich davon trennen kannst

Deine Eltern prägen dein Leben, maßgeblich. Alles was du in deinem Leben tust, ist durch sie geprägt. Hegst du also Hass, Wut und Missgunst ihnen gegenüber? Dann kann ich dir helfen.

Die Prägung

Die Prägung deiner Eltern sorgt dafür, wie deine Beziehungen aussehen, wie du in bestimmten Situationen handelst oder wie deine Einstellung zum Leben ist. Ganz schön viel, oder? Da gebe ich dir recht. Aber sei nachsichtig mit deinen Eltern.  Sie waren deine Könige. Von ihnen hast du in jungen Jahren viel kopiert. Es hat dich gezeichnet. Ohne sie hättest du nicht überleben können.

Ich würde behaupten in 90% der Fälle handeln Eltern unbewusst. Sie wissen es oft mal selber nicht besser. Auch sie wurden durch ihre Eltern geprägt und wahrscheinlich haben sie es niemals aufgearbeitet. So übertragen sie es nun auf dich. Natürlich ist es immer sehr schade, wenn ich sehe, wie Eltern mit ihrem eigenen Fleisch und Blut umgehen. Einige Eltern scheinen anscheinend Null Selbstreflexion zu besitzen oder sie sind einfach nur überfordert. Naja.

Deine Prägung geht noch mehr in die Tiefe. Die meisten emotionalen Wunden die jeder von uns in sich trägt werden durch zu wenig Liebe, Akzeptanz oder Anerkennung erzeugt. Es sind nicht nur Wunden, die entstehen. Deine Eltern prägen dein Selbstbild, sie prägen dein Selbstwert und dein Selbstbewusstsein. Die Prägung deiner Eltern hat sehr viel Einfluss auf dein Leben. Sie bestimmt quasi deinen Lebensweg, wenn du nicht aktiv daran arbeitest.

Der Wille die Schmerzen zu beseitigen

Wenn du den Entschluss gefasst hast nun wirklich etwas zu ändern, bist du hier genau richtig. Du kannst dich aus eigener Kraft aus der Prägung deiner Eltern befreien. Dabei möchte ich dir gerne helfen. Dafür musst du jedoch sehr mutig sein. Der Weg ist hart und mit vielen Schmerzen verbunden. Du wirst der Wahrheit ins Auge sehen müssen.

Selbsttherapie

Du wirst nur Wunden verarbeiten können, die grade frisch an die Oberfläche kommen. Beobachte dich also in den nächsten Situationen, die in dir Schmerzen auslösen. Nehme den Schmerz wahr und fühle ihn. Geh voll in ihn hinein. Aber nicht nur kurz, sondern, du solltest so lange es geht in ihn hineinfühlen. Je nach Wunde, dauert es unterschiedlich lange, bis der Schmerz wieder geht. Du fühlst am besten solange in den Schmerz, bis du merkst, dass du ihn loslassen kannst. Du wirst zu jedem Zeitpunkt fühlen, wann für dich das richtige ist.

Briefe

Schreibe deinen Eltern Briefe in den du ihnen alles sagst, was dir auf der Seele liegt. Wirklich alles. Unzensiert. Du musst diese Briefe nicht abschicken. Du kannst sie danach verbrennen oder sie aufheben. Im ersten Brief schreibe als kleines Kind. Schreibe aus den Augen deines 5-Jährigen- Ichs. Du wirst dich bestimmt noch an die ein oder andere Situation von damals erinnern. „Du darfst das nicht!“ ist nur ein Beispiel. Es wird schlimmere Beispiele geben, die dich blockieren.

Im zweiten Brief schreibe aus der Sicht eines Erwachsenen. Aus der Sicht von heute. Versuche in diesem Brief die Handlungen deiner Eltern zu verstehen. Versuche zu verstehen, warum sie so handeln. Wenn du verstanden hast, warum deine Eltern damals so gehandelt haben, wird es dir leichter fallen ihnen zu verzeihen. Du wirst verstehen, warum sie so sind, wie sie sind. Wie ich schon sagte, oftmals haben sie selber die Erziehung ihrer Eltern nicht hinterfragt. Du hast jetzt die Möglichkeit das zu tun und es bei deinen Kindern zu ändern. Aber fange erst bei dir selber an.

Storytime

Meine Eltern sind geschieden. Bei uns lief nicht alles rosig ab. Meine Mutter war maßlos mit der Erziehung von meinem Bruder und mir überfordert. Dadurch, dass sie überfordert war, vollzog sie die ein oder andere Verzweiflungstat. Aber ich habe mittlerweile verstanden, warum sie überfordert war. Ich habe mir ihre Erziehung, ihre Situation und ihr Umfeld von damals angeschaut. Somit konnte ich ihre Lage verstehen. Ich habe verstanden, warum sie so gelebt und gehandelt hat. Ich konnte so in Frieden mit meiner Mutter treten. Genauso habe ich es auch bei meinem Vater getan. Es ist nicht einfach. Es bereitet viel Schmerz. Es lohnt sich dennoch den Schmerz zu durchleben. Der tiefe innere Frieden, den ich jetzt zu meinen Eltern fühle ist es wert, dass ich durch den Schmerz gegangen bin.


Ich hoffe auch du wirst dich einmal aktiv mit deinen Eltern auseinandersetzen. Es wird schlimmere Storys geben als meine, das ist mir bewusst. Aber auch dabei hilft eine aktive Auseinandersetzung. Es hilft alles rauszulassen und später die Situation der Eltern zu verstehen. Nur so kannst auch du tiefen Frieden zu deinen Eltern erlangen.

2017-05-31T10:09:52+00:00

About the Author:

„Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“ – Jiddu Krishnamurti

2 Comments

  1. Anonymous 3. Juni 2017 at 11:48 - Reply

    Sich volkommen von der frühkindlichen Prägung des elterlichen Erziehungsverhaltens zu trennen scheint mir eine utopische Vorstellung zu sein. Der Gedanke sich von den gesellschaftlichen Zwängen, darunter auch die Familie als die zentralste Sozialisationsinstanz, befreien zu können erinnert doch verdächtig an Sartres Existenzialismus: „to do is to be“. Ob der Mensch sich also vollkommen von extrinsichmotivierten Prägungen frei machen kann, um auf dieser Grundlage ein neues und selbstbestimmtes Selbstkonzept entwerfen zu können, ist in meinen Augen ein stark optimistischer Gedanke.

    Damit möchte ich mich jedoch genau so wenig dem Determinismus zugewandt positionieren, sondern lediglich das Bewusstsein dafür schärfen, dass man sich von den frühkindlichen Prägungen nicht absolut befreien kann.

    In dem Eintrag wird ein klar freiheitliches und selbstbestimmtes Menschenbild vertreten, aber trotzdem wird das Kind als „eigenes Fleisch und Blut“ bezeichnet. Damit wird in meinen Augen die im gesamten Blog vertretene Philosophie ad absurdum geführt, denn ein Kind ist ,ein schon von früh an , stark selbstbestimmtes Wesen, welches es in seiner individuellen Entwicklung unterstützend, nach dem Leitgedanken „Hilf mir es selbst zu tun!“ – Montesorri, zu begleiten gilt.

    Ich halte jedoch die Intention des Eintrags, sich den kindlichen Traumata, insofern es denn überhaupt welche sind, zu stellen, für sehr lobenswert!
    Es gehört, wie im Text auch schon geannant, eine große Portion Mut, Selbstreflexion und Entschlossenheit mit dazu, um im Anschluss ein weitaus glücklicheres und friedvolleres Leben führen zu können.
    Auch teile ich eine grundlegend optimistische Einstellung, dass man stets seine Ängste und Verunsicherungen bewältigen kann, jedoch immer vor dem Hintergrund der Realität.

    PS: Die Idee mit dem Brief hat schon Kafka vorgemacht 😛

    • Till 6. Juni 2017 at 13:24 - Reply

      Danke für deine Mühe und deine wertvollen Gedanken!
      Respekt für deine Fachkenntnisse.
      Mein Beitrag beruht jedoch nicht auf logischen Fakten, sondern aus dem selbstständigen Handeln meinerseits. Ob wir uns nun vollkommen lösen können oder nicht, sei dahingestellt. Darum geht es hier auch nicht. Es geht mir lediglich darum, die Menschen zu diesem Thema zum Nachdenken anzuregen.

      Gruß Till

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